Gesundheit von Mutter und Kind

RFPD engagiert sich seit mehr als 15 Jahren für die Verbesserung der Gesundheit von Müttern und Kindern. Folglich besitzt RFPD weitreichende Erfahrung und Fachkenntnisse in diesem Schwerpunktbereich. Mit der Einführung des Future Vision Plan wurde RFPD zur Ressource für den Schwerpunktbereich 'Gesundheit von Mutter und Kind'. Gleichzeitig wurde die Zusammenarbeit zwischen Rotary International (RI), der Rotary Foundation (TRF) und den Action Groups insgesamt verstärkt.

RFPDs Modell zur Senkung der MMR und PMR

Um Mütter- und Neugeborenensterblichkeit nachhaltig zu reduzieren, arbeiten wir mit einem innovativen, ganzheitlichen Ansatz (comprehensive approach). So zum Beispiel in den ländlichen Gebieten von Kano und Kaduna State in Nigeria. Dort verbesserten wir die Qualität der medizinischen Versorgung folgendermaßen: auf Geburtshilfestationen in zehn ausgewählten Krankenhäusern führten wir ein System zur Qualitätsverbesserung und -sicherung ein. Um die Strukturqualität zu verbessern, erhielten die Krankenhäuser notwendige medizinische Geräte; um die Prozessqualität zu verbessern, schulten wir das Gesundheitspersonal. Dadurch konnte in diesen Krankenhäusern innerhalb von etwa zwei Jahren (Januar 2008 - März 2010) die Müttersterblichkeit um 50% und die Neugeborenensterblichkeit um 10% gesenkt werden (Ergebnisqualität). Unser ganzheitlicher Ansatz ist nachhaltig: neun Monate nach Beendigung des Projekts war die Müttersterblichkeit um weitere 10%, die Neugeborenensterblichkeit um weitere 5% gesunken. Das Modell kann in anderen Regionen und Ländern repliziert werden.

Einen detaillierten Überblick über das Pilotprojekt finden Sie hier. Die Methodik des Systems zur Qualitätsverbesserung und -sicherung in der Geburtshilfe (das Herzstück des Modells) wird hier erläutert.

Warum in Müttergesundheit investieren?

Müttergesundheit ist ein grundlegender Bestandteil gesunder Gesellschaften, Ökonomien und Nationen:

  • Frauen sind alleinige Einkommensverdiener in 1/3 aller Haushalte weltweit. 70 Prozent der landwirtschaftlichen Arbeiter in Sub-Sahara Afrika sind Frauen.
  • Die unbezahlte Arbeit von Frauen, einschließlich Ackerbau, Haushaltsführung und Pflege von Familienangehörigen, entspricht etwa 1/3 des globalen Bruttoinlandsprodukts.
  • Kluge Investitionen in die Gesundheit von Müttern stärken Gesundheitssysteme insgesamt. Unterlassene Investitionen in die Gesundheit von Müttern sind nicht nur unverantwortlich und unmoralisch, sondern auch kontraproduktiv: sie verhindern nationales Wachstum und Entwicklung.
  • Schwangerschaftsbedingte Todesfälle von Frauen und Neugeborenen kosten jährlich 15 Milliarden US-Dollar an verlorener Produktivität. Diese Sterbefälle und wirtschaftlichen Verluste lassen sich nahezu gänzlich verhindern.

Quelle: African Progress Panel