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Enugu State, Nigeria: Das zweite „Scaling Up“ des Rotary MCH-Projekts

Am 6. Juli 2013 startete in Enugu State, Nigeria, das „Scaling up“ des RFPD Pilotprojekts zur Senkung der Mütter- und Neugeborenensterblichkeit. Es handelt sich bereits um das zweite Scaling up des erfolgreichen Pilotprojekts, in dem die Müttersterblichkeit um 60 Prozent und die Säuglingssterblichkeit um 15 Prozent gesenkt wurde. Die zweite Replikation unseres Modells wird von der Else Kröner-Fresenius-Stiftung kofinanziert.

Das Rotary-Projekt hat ein Gesamtbudget von rund 370.000 Euro, einschließlich der externen Kofinanzierung. Basis der Projektfinanzierung ist ein Matching Grant mit einem Gesamtbetrag von 162.750 US-Dollar (etwa 126.000 Euro), gesponsert von den Rotary Clubs Schwalmstadt, Baden, Enns, Liezen, Braunau, Gmunden und Freistadt, den Rotary Distrikten 1820, 1910, 1920 und der Rotary Foundation. Die Umsetzung des Projektes vor Ort erfolgt durch den Rotary Club Trans Ekulu in Enugu.

RFPD International CEO Robert Zinser, RFPD Österreich Vorsitzender und Gynäkologe Peter Neuner und Filmmacher Mark Zdunnek vom Rotary Club Köln-Ambassador nahmen an der Eröffnungsfeier des Projektes teil. Darüber hinaus waren traditionelle Führungspersönlichkeiten, der Vorsitzende der örtlichen Gemeinde Ammuri, Ärzte, Hebammen und Krankenschwestern aus den teilnehmenden Krankenhäusern, zahlreiche Rotarier sowie ein Publikum von mehr als 800 Frauen, Männern und Kindern bei der Zeremonie dabei. Die Delegation aus Deutschland und Österreich besuchte die teilnehmenden Krankenhäuser. Außerdem trafen sie den Gesundheitsbeauftragten, den Parlamentssprecher und den Gouverneur von Enugu State. Sie alle sagten ihre volle Unterstützung zu, um das Gesamtziel des Projekts zu erreichen: das System zur Qualitätsverbesserung und -sicherung soll nach Abschluss des Projekts ein fester Bestandteil des Gesundheitssystems werden.

Während des Nigeria-Besuchs besuchte das Projektteam auch die ländlichen und zum Teil sehr abgelegenen Gemeinden des Projektgebietes. Die dort lebende Bevölkerung ist sehr arm und die Zentren für medizinische Grundversorgung, die unser Projekt einschließt, haben einen riesigen Nachbesserungsbedarf. Es gibt in den Krankenhäusern nicht genügend Wasser und Strom. Manche Straßen sind in einem so schlimmen Zustand, dass Schwangere im Falle von Komplikationen nicht auf sicherem Wege in die Notaufnahme transportiert werden können. Aus diesem Grund suchte das Projektteam die zuständigen Minister und hohen Beamten auf und sprach mit ihnen über eine dringend notwendige Verbesserung der Infrastruktur.

Während des Besuchs in Nigeria schaute sich das Projektteam auch das erste „Scaling Up“- Projekt in den Staaten FCT Abuja und Ondo an. Robert Zinser und der örtliche Projektvorsitzende, PDG Kola Owoka, zugleich RFPD Vorsitzender Nigerias, trafen den Gesundheitsminister von Ondo State.

Der Gouverneur und der Gesundheitsminister von Ondo State - beide sind Ärzte - starteten kürzlich ein neues Programm, das Verzögerungen verringern soll, die bei der Entscheidung, medizinische Hilfe aufzusuchen („first delay“) und beim Erreichen von angemessener medizinische Versorgung („second delay“). Um möglichst viele Patientinnen rechtzeitig und entsprechend versorgen zu können („third delay“), wurde ein neues Gesundheitszentrum gebaut und die Infrastruktur einiger Krankenhäuser verbessert. Der Gesundheitsminister begrüßte die Qualitätssicherung als einen großen Beitrag und deutete an, sie im Programm von Ondo State aufzunehmen. Ähnliche Gespräche führte RFPD mit Regierungsbeamten in FCT Abuja.

Weitere Gespräche wurden mit dem Beauftragten für Familiengesundheit des Gesundheitsministeriums Abuja geführt. Er sagte seine volle Unterstützung für das Projekt zu. Das Ministerium beauftragte Rotary, das Projekt im Südwesten Nigerias zu replizieren. Damit wäre das System der Qualitätssicherung in allen Rotary-Distrikten Nigerias eingeführt und seine Einbindung in das Gesundheitssystem erleichtert.

Eine Fotostrecke zur letzten Projektreise nach Enugu State finden Sie hier.